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E. Stoffels konfrontiert Minister Antoine (CDH) mit flämischer Studie
Haben 50-Jährige noch eine Chance auf einen Job?

Die Uni Leuven veröffentlichte unlängst eine Vergleichsstudie über die Chancen, dass Personen über 50 erneut einen Arbeitsplatz finden können. Das Ergebnis ist besorgniserregend: mit 5.7 % Neueinstellungen rangiert diese Altergruppe in Flandern in der EU ganz hinten, aber noch vor Brüssel und vor der Wallonie. Warum ist das so?

Minister Antoine informierte zuerst, dass

  • in der Altersgruppe ab 50 in der Wallonie 45.2 % der Personen arbeiten (49.5 % auf Landesebene), wobei die Quote derer, die ab 55 noch arbeiten, auf 34.5 % sinkt (2008).
  • Von den rund 250.000 Arbeitssuchenden in der Wallonie gehört einer von fünf dieser Altersgruppe an – d.h. einer von fünf hat eher schlechte Karten bei der Jobsuche.
  • Der Grund für diesen Sachverhalt liegt in der Qualifikation derer, die ihren Job verlieren: diese ist im Gegensatz zu den Absolventen der Sekundaroberstufe bzw. der Hochschule oft unzureichend oder nicht angepasst an die inzwischen veränderten Herausforderungen des Betriebs. Oder aber in der Tatsache, dass diese Altergruppe nicht mehr so gut mit den gesundheitlichen Belastungen und dem Stress des Arbeitslebens parat kommt wie die jüngeren Kollegen.
  • die Arbeitgeber geben zu 83 % an, dass sie die älteren Mitarbeiter ja noch gerne bis zum 65. Lebensjahr halten wollen, wenn sie denn bei guter Gesundheit sind, motiviert bleiben und dem Tempo der Arbeit folgen können. Die teureren Lohnkosten tauchen nicht als Hindernis für eine längere Beschäftigung auf – außer vielleicht bei jüngeren Firmenchefs, die lieber ihresgleichen einstellen.
  • es gibt zahlreiche Hilfestellungen seitens der regionalen und der föderalen Instanzen, um die Neueinstellung, die Weiterbeschäftigung, die Begleitung der Arbeitssuchenden, ... von über 50-Jährigen zu fördern.

Diese Hilfen sind – so Stoffels – meist finanzieller Natur, was für die Verbesserung der Vermittlungschancen sicher eine gute Idee war, doch wenig greift, wenn man sich die Ergebnisse vor Augen führt. Das passt, leider, zu den Aussagen der Arbeitgeber, für die mehr die Leistungsfähigkeit (Gesundheit, Motivation, Arbeitstempo) zählt als der finanzielle Anreiz. Der Regionalabgeordnete ist daher der Ansicht, dass jede Politik zu kurz greift, wenn sie nur auf finanziellen Anreizen aufbaut. Er schlug vor, die Qualifikation dieser Altergruppe gezielt unter die Lupe zu nehmen und zu verbessern, z.B. indem im Fall von Kurzarbeit gemeinsam mit dem Betrieb spezifische und betriebsinterne Schulungsangebote organisiert werden, deren Ergebnis eher darin besteht, den älteren Arbeitnehmer vor Entlassung zu schützen.

   
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