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Welche Unterstützung für grünen Strom ?
Antragsteller beklagen Aktenrückstand

Der ostbelgische Regionalabgeordnete Edmund Stoffels (SP) befragte den wallonischen Energieminister Nollet (Ecolo) gleich mehrfach zu der Thematik, wie der grüne Strom in Zukunft in der Wallonie besser gefördert werden könne. In der Tat hat die Region vor, für den Zeitraum 2010 bis 2012 die Zahl der verpflichteten grünen Zertifikate weiter anzuheben. Bei einem Einheitspreis von durchschnittlich 88 € pro Zertifikat und bei 1,75 Millionen Zertifikate in 2008 kostet dies den Verbraucher 154 Millionen Euro. Der Minister spricht von einer „mutualisation des coûts“ : die Kosten der grünen Zertifikate werden auf die Verbraucher verteilt, keinen grünen Strom beziehen. In Belgien führt dies bekanntlich zu der Frage, ob und inwieweit Atomstrom weiter zugelassen bleiben soll – inklusive all der Folgen, die mit Atomstrom zusammenhängen (z.B. Lagerung und Entsorgung von radioaktivem Abfall). Stoffels: „Wir werden die Umstellung von Atomstrom auf grünem Strom nicht voran bringen können, ohne auf das Verursacherprinzip zurück zu greifen, doch muss darauf geachtet werden, dass die Stromrechnung der Haushalte nicht ins Unermessliche steigt. Nicht jeder hat die finanzielle Möglichkeit, selber seinen grünen  Strom zu produzieren.“

Rückstand bei den grünen Zertifikaten

Angesprochen auf den Rückstand in der Aktenbearbeitung zur Erteilung der grünen Zertifikate, gab der Minister zu, dass erheblicher Rückstand zu beklagen ist. Bis dato wurde die Einkodierung per Hand vorgenommen. Die digitale Einkodierung per Internet sollte ab September anlaufen, musste jedoch vertagt werden, weil es noch zu viele Sicherheitsmängel zu beseitigen galt. Zudem haben sich die Anträge in den letzten Monaten vor Auslaufen der Prämie für Photovoltaik gehäuft. Der Minister teilt die Meinung der CWAPE, dass aufgrund der Dringlichkeit erst die Prämienanträge bearbeitet werden müssen, bevor die Anträge auf grüne Zertifikate an die Reihe kommen können. Für erstere gibt es ein Zeitlimit.
Dieses zwinge, diesen Anträgen Vorrang zu gewähren, selbst wenn den Investoren in Photovoltaik dadurch ein befristetes Liquiditätsproblem entsteht. In der Tat rechnen die meisten mit der Zuerkennung der grünen Zertifikate, um damit die Anlagen finanzieren zu können (bzw. den Kredit zurück erstatten zu können). Die Regierung hat daraufhin Überlegungen angestellt, grüne Zertifikate sozusagen als Vorschuss zu gewähren, damit das Liquiditätsproblem gemeistert werden kann. Bisher wurden grüne Zertifikate nur auf Basis von bereits erzeugtem Grünstrom gewährt. Man kann jedoch legitimerweise davon ausgehen, dass derjenige, der eine Photovoltaikanlage bezahlt, auch damit Strom erzeugen wird, wobei die voraussichtlich erzeugte Strommenge von Anbeginn an ziemlich genau geschätzt werden kann.  Die entsprechenden Entscheidungen dürften inzwischen spruchreif sein. Stoffels : „Diese Entscheidung kann nur begrüßt werden, denn es ist wichtig, das Vertrauen der privaten Investoren nicht zu beschädigen, da andernfalls kein Grünstrom mehr erzeugt werden kann.“

   
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